Ruhe & Gelassenheit Teil 2

unglaublich, wie schnell Teil 1 in Vergessenheit gerät, wenn man in die Mühlen des Alltags gerät, obwohl die Wirkung dieses Mal weiter über eine Woche angehalten hat. Berufliche und private Turbulenzen haben es dann schnell erforderlich gemacht, einen zweiten Teil nachzuschieben. Und überhaupt, sah es die Tradition ja schon vor, wenn auch eigentlich am Ersten Wochenende im September. Sei es drum, aus besonderen Umständen war es dieses Jahr zum ersten Mal am zweiten Wochenende (Wettertechnisch definitiv schon mal kein Fehler).

Tourentechnisch stand dieses Jahr die Ursprungsroute und wohl schönste Runde in MeckPomm auf dem Plan, die Schwanenhavel. Allerdings zur Abwechslung in anderer Richtung und da ich mir beim besten Willen den Rätzsee nicht zum Schluss geben muss, in abgekürzter Form wieder über die Diemitzer Schleuse zurück zur Fleeter Mühle.


Kaum überquere ich die ehemalige Deutsche Grenze bauen sich Nebelbänke vor mir auf und ich überlege noch kurz mein Boot mit einer Nebelschlussleuchte auszustatten. Eigentlich wollte ich schon um 10h auf dem Wasser sein, aber die Ruhe und Gelassenheit (oder waren es doch die Baustellen) überzeugen mich von 11h. Perfekt, weil pünktlich zum Stapelauf die Sonne durch die Wolken kommt, ein perfekter Paddeltag beginnt!


Nadine ist ja doch ein Raumwunder, außer Schwimmweste (sinnvollerweise) und Bootswagen (dimensionsweise) passt alles unters Deck! Sieht also schon mal locker und leicht aus, nur beim Umtragen wird man eines Besseren belehrt ;-)
Das Gewusel an Motorbooten lässt auch noch nicht so richtig die Ruhe und Gelassenheit aufkommen, vor allen die nicht, die Vollgas an mir vorbeibrettern und mir schön 3x (!!) die Welle übern Bug ins Cockpit läuft ... Baden gehen muss ich also auch nicht mehr.


Endlich kann ich die Hauptstraße verlassen und es stinkt nicht mehr nach Diesel, dafür dröhnt mir schon laute Schlagermusik von meinem Etappenziel entgegen. Saison-Abschluss am Campingplatz! Gegen Schwein am Spieß ist im Prinzip nichts auszusetzen, aber nach dem dritten Durchlauf der "Anton aus Tirol - Best of" hilft auch die Flasche Rotwein intuss nicht mehr. Da möchte man doch zurück in den Wald (mit orangen Markierungen) und dem Wildschwein das vor mir weggelaufen ist, den Weg zum Platz zeigen, damit es sich für seinen Artgenossen rächen kann.
Zum Glück halten sich auch selber streng an ihre Nachtruhe und so kommen Berlin, Stuttgart und Hamburg auch zu Ihrer Gelassenheit.


Berlin hat nach 3 Tagen diese aber noch nicht verinnerlicht und ist schon kurz nach 8h (im Regen) wieder auf dem Wasser verschwunden. Auch wenn Stuttgart es nach 4 Tagen zumindest nach mir aus dem Zelt schafft, sind auch sie schon vor meiner Planzeit 10h schon wieder am Kilometer reissen. Da ich zumindest mein Innenzelt trocken einwickeln möchte, bleibe ich bei meiner gestern erprobten 11h.


Um 12h ist der Himmel auch schon fast wieder frei und die Einfahrt in den Höhepunkt, die Schwanenhavel, steht nichts im Weg (außer, dass ich fast falsch abgebogen wäre). Die Durchfahrt ist ein Traum und könnte ruhig noch länger dauern, auch weil der Regen sofort nach dem Kanal wieder einsetzt und alles raus lässt, was er zu bieten hat. Hermetisch abgeriegelt aber auch kein Problem, wenn es bis zum nächsten Umtragen aufhört, tut es dann auch, aber leider war der Weg dann nur noch Dreck und Schlamm.


Dann schneide ich den Weg ab und dem Rätzsee ein Schnippchen und muss sagen, gut gemacht; der breite Kanal ist eine Wucht und wahrscheinlich werden die Paddler von den aufgemalten Gesichtern abgehhalten da durchzufahren oder warum ist hier sonst keiner unterwegs? (oder sollte es an der Jahreszeit + Regenwetter liegen?)
Nach einer letzten Berührung mit Zivilisation in der Kommunikationsschleuse (warum sollte ich grüßen, ich bin doch auf Urlaub?rlebebt ohne zu erfahren, das Barbara Schöneberger jetzt Adelig ist...) Und wie hätte ich das Wochende nur übe) ist der Ruhe und Gelassenheit Intensivkurs leider auch schon wieder um und bei über einer Stunde im Stau (Wer will eigentlich alles von Rostock nach Berlin?) ist die eben selbe auch fast schon wieder dahin bevor die Sonne unter gegangen ist. Aber nächstes Jahr, dann auch wieder am 1. September Wochenende!

 

PS: Mein Dank gilt auch Softshell und der Chemischen Industrie, die dafür ein Denkmal gesetzt bekommen sollte, ein geiles Zeug!

Schwanenhavel macht dem Name alle Ehre
Schwanenhavel macht dem Name alle Ehre

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